4. Februar 2012

Und heute vor 25 Jahren

morgens 20 nach 5 - wachte ich auf - und hatte Wehen............ so alle 20 Minuten zwar nur aber durchaus kräftig und schmerzhaft wie mir schien. Da ich eh schon eine Woche überfällig war und ich sowieso alle 2 Tage zur Untersuchung ins Krankenhaus musste, wartete ich einfach bis zu dem Termin, der auch an diesem Tag vorgesehen war und erschien im Krankenhaus.

Da es noch nicht so richtig vorwärts ging und die Betten wohl so ziemlich alle belegt, schickten sie mich nochmal nach Hause - wir wohnten damals ca. 5-10 Autominuten vom Krankenhaus entfernt. Nachdem ich nachmittags gegen 16 Uhr schon seit 2 Stunden alle 2 Minuten Wehen hatten, machten wir uns dann doch mal wieder auf den Weg. Aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es trotzdem noch lange nicht so weit sei............ Was ja auch stimmte, ich war irgenwo bei 4 cm glaube ich mich zu erinnern - oder waren es erst 2 gewesen? Jedenfalls schien es nicht vorwärts zu gehen und kein Ende nehmen zu wollen.

Und nachdem mich die "nette Hebamme" ordentlich zusammengeschissen hatte, dass ich die Geburt nie und nimmer bis zum Schluss durchstehen würde, wenn ich jetzt schon die Wehen so veratme (bis dahin ging das recht gut), war ich so konsterniert, dass ich bis zum wirklichen Ende kein einziges Mal mehr daran dachte, zu versuchen, die Wehen auch nur irgendwie zu veratmen. Das war wirklich gelungen von der Tante *arrrrrrrrrgh*. 

Weitere Stunden vergingen - irgendwie ging nix wirklich vorwärts - die Schmerzen wurden immer unerträglicher - ich sagte irgendwann zu meinem Gatten, er möge doch bitte von zu Hause einen großen Hammer holen und mich totschlagen. Ich mochte nicht mehr.............. Irgendwann platzte auch noch die Fruchtblase, was die Geschichte nicht wirklich besser machte. 

Zwischenzeitlich hatte ich überlappende Wehen, will heißen während eine Wehe am abklingen war, war die nächste schon am Ansteigen. Irgendwelche Spritzen, die entspannen und der Geburt weiterhelfen sollten, halfen leider überhaupt nicht. Eine Untersuchung zeigte dann noch an, dass das Kind irgendwie schräg auf dem Muttermund drückte, was die Bildung einer Blase verursacht hatte, die wiederum verhinderte, dass sich dieser weiter öffnete. Oder so ähnlich jedenfalls.
Schlussendlich kriegte ich dann eine Peridurale, die ich zwar von Anfang an nicht gewollt hatte, aber es wurde mir gesagt, es sei besser, weil dann die Geburt weitergehen würde. Das was so gegen 22 Uhr - es dauerte fast eine Stunde, bis der Arzt gefunden bzw. eingetroffen war, der das machen konnte. Verblüffenderweise hatte ich weiterhin schmerzende Wehen - einziger Vorteil war, dass zwischen den Wehen mal wieder die üblichen 1-2 Minuten Pause war und ich Zeit hatte, ein bisschen zu verschnaufen.

Irgendwann war dann der Muttermund weit genug geöffnet, eine (andere - aber mitnichten viel nettere) Hebamme meinte dann, jetzt wäre es soweit und ich solle gefälligst pressen. Hallo?!??!? Auf Kommando??!?!?! Ohne Wunsch und Drang? Neeeeeeee - das sagte ich ihr auch: Ich habe da jetzt keine Lust zu. Sie verschwand in ein anderes Geburtszimmer (ich glaube, es liefen 3 oder 4 Geburten simultan zu der Zeit).  

Nachdem mal ein bisschen Ruhe und Enspannung eingekehrt waren, merkte ich dann plötzlich doch, dass ich "Lust" hatte zu pressen. Die Hebamme wurde gerufen und ein paar Presswehen später um 23:50 wurde unser kleiner Ableger geboren. Ein Knabe von 3720 g Gewicht und einen enormen Kopfumfang von 38,5 cm - oder waren es doch nur 37,5 ich müsste mal nachkucken. Das Gedächtnis ist 25 Jahren später nicht mehr sooooooooo zuverlässig.
Dass ich übrigens nach der "Periduralen" weiterhin "normal" und "schmerzhaft" meine Wehen gespürt hatte, und nicht wie in einschlägigen Büchern und Zeitschriften beschrieben nur ein dumpfes Drücken/Ziehen, erklärte sich nach der Geburt, als der Dammschnitt genäht wurde - auf der einen Seite spürte ich - genau gar nix! Aber als er (der Arzt) auf der anderen Seite einstach, konnte er mich nahezu von der Decke abkratzen (hat sich von euch schon mal jemand ohne Narkose irgendwelcher Art nähen lassen?!??!?) - offensichtlich war das Ding (also die Peridurale) so gesetzt worden, dass nur eine Seite meines Körpers betäubt war. Die nachfolgend gesetzte Betäubungsspritze half allerdings auch nicht, und so musste ich das auch noch aushalten.

Genauso wie die sozusagen "2. Geburt". Die Hebamme meinte nämlich, direkt nach der Geburt an der Nabelschnur ziehen zu müssen, während sie gleichzeitig mit einem Bein auf meinem Bauch kniete, um den Mutterkuchen schneller nach draußen zu befördern. Wie toll diese Aktion war, merkte ich dann eine viertel- oder halbe Stunde später, als es dann plötzlich "blutige Brocken" (ich weiß nicht, wie ich es anders beschreiben soll) herauskamen. Also quasi die Überreste des Mutterkuchens. Der aber sollte vollständig entfernt sein, weswegen dann ein Arzt das "händisch" ausführte (ja - genauso wie man sich das jetzt vorstellt - Hand rein und alles ausräumen. *urgs*. Fühlte sich jedenfalls so an, als würde ich ein zweites Kind gebären.)

Trotzdem hätte mich dieses Geburtserlebnis nicht davon abgehalten noch weitere Kinder zu  bekommen - aber das Schicksal hatte wohl anderes vor........... und so ist der Ableger Einzelkind geblieben.

Eigentlich war dieser Blogeintrag so überhaupt nicht gedacht. Ich wollte hier keinen Geburtsbericht abliefern, sondern ein kleines bisschen in Erinnerungen schwelgen und dem Junior zum Geburtstag gratulieren. Irgendwie hat sich das verselbständigt - wer weiß wieso? Musste vielleicht so sein. Ich bin auch bisher niemals auf die Idee gekommen, das irgenwie aufzuschreiben.....

Da es aber offensichtlich herauswollte, habe ich dann noch einen neuen Blogeintrag zu des Ablegers Geburtstag verfasst und zuerst veröffentlicht......

Kommentare:

  1. Schlimm! Und auch noch heute gibt es Geburten die so verlaufen.
    Irgendwie ist das schon seltsam von der Natur, dass man es hinterher nicht mehr so schrecklich fand. Ich weiss noch, dass ich einmal so fertig war, dass ich mir überlegte wegzulaufen und am besten gleich aus einem Fenster zu hüpfen.
    Ich find es auch nicht richtig, dass den werdenden Mamas nicht ehrlich gesagt wird, dass man an einen Punkt kommt wo es nicht mehr geht, so schmerzhaft und schrecklich.
    Lisa hat ja nun auch schon ihre Erfahrungen und sie hat sich mit der Hebamme angelegt, hinterher...weil die hat beim Kurs auch immer so getan als ob man alles "veratmen" kann.
    Aber:
    Jetzt wünsch ich Deinem "Ableger" ein wunderschönes neues Lebnsjahr. Und.. ich hab diese Woche fest an ihn gedacht. Denn nun ist auch mein zweitältester Sohn bei der Bahn gelandet. Nicht die Strassenbahn, sondern die Grösseren Dinger.
    Mir geht es da wie Dir. Ich bin froh, dass er in der heutigen Zeit diesen Arbeitgeber hat.
    Wir gehen nun raus und lassen uns ordentlich durchfrieren
    herzliche Grüsse
    Elisabeth

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  2. eigentlich sollten die geburtstage eher gedenktage für die leidgeplagten mamas sein.

    unbekannte grüsse

    eine mama

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  3. Erst einmal Glückwünsche an den Sohn zu seinem 25. Geburtstag.
    Ja, solche Erinnerungen sollte man festhalten. Denn sie verblassen mit den Jahren.
    Hätte unsere Tochter soviel Zeit gehabt wie du, dann wäre sie jetzt erst in der 30. Woche. Aber bei ihr platzte die Blase in der 28. Woche. Das Söhnchen wird übermorgen 2 Wochen. Sie wäre gern noch schwanger. Denn der Stress jetzt ist nicht zu unterschätzen....
    Liebe Grüße minibar

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  4. Da kann man mal sehen, wie viele Jahre so eine unschöne Geburt innerlich in uns "überlebt". Vielleicht war es einfach an der Zeit, das nach so vielen Jahren durch Niederschreiben aufzuarbeiten.
    Ich kann mich immer wieder nur wundern, wie viel wir Frauen alles aushalten können. Meine Mutter sagt immer: "Wenn Männer Kinder kriegen würden, wäre die Menschheit schon ausgestorben."

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